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BIBB-Präsident Manfred Kremer: Es muss keine Krise auf dem Lehrstellenmarkt geben, wenn alle gemeinsam handeln |
Schavan: "Ausbildung hat gerade in der Krise Vorrang" |
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BIBB-Umfrage zur Ausbildungssituation
2009 Trotz der Wirtschaftskrise, die inzwischen auch den
Lehrstellenmarkt erreicht hat, unternehmen die Betriebe
große Anstrengungen, ihr Ausbildungsengagement
aufrechtzuerhalten. So wollen 22 % der Betriebe ihr
Ausbildungsplatzangebot im Vergleich zum letzten
Ausbildungsjahr steigern, und weitere 32 % geben an, ihr
Engagement auf dem Niveau des Vorjahres zu halten.
Allerdings beabsichtigen 25 % der Betriebe, weniger
Ausbildungsplätze anzubieten, weitere 20 % konnten sich noch
nicht abschließend äußern. Dies ist das Ergebnis einer
repräsentativen Befragung des Bundesinstituts für
Berufsbildung (BIBB) im Frühjahr unter rund 1.000
Unternehmen zur Entwicklung der betrieblichen
Ausbildungsbereitschaft in diesem Jahr. Trotz der
schwierigen Lage ist BIBB-Präsident Manfred Kremer
zuversichtlich, dass die Probleme auf dem Lehrstellenmarkt
gelöst werden können. "Voraussetzung ist jedoch, dass alle
Beteiligten an einem Strang ziehen und alle Möglichkeiten
zur Stabilisierung des Ausbildungsplatzangebotes genutzt
werden." Besonders schwierig ist laut
BIBB-Befragung die Situation bei Betrieben aus dem Bereich
Industrie und Handel. Hierzu zählen viele export- und
konsumabhängige Branchen. 31 % der Unternehmen aus diesem
Bereich planen eine Verringerung des
Ausbildungsplatzangebotes in diesem Jahr, lediglich 15 %
wollen ihr Angebot steigern. Demgegenüber ist die Situation
im Handwerk positiver. Hier wollen mehr Betriebe (29 %) ihr
Ausbildungsengagement im Vergleich zum Vorjahr ausweiten als
reduzieren (21 %). Gefragt nach den Gründen für ein reduziertes
Ausbildungsplatzangebot zeigen sich deutliche Spuren der
aktuellen Wirtschaftskrise. Fast jeder dritte Betrieb gibt
die momentane wirtschaftliche Situation als Grund für seine
Zurückhaltung an. Vergleicht man West- und Ostdeutschland
miteinander, so zeigt sich, dass es überwiegend Betriebe aus
Westdeutschland sind, die ihr Ausbildungsplatzangebot
reduzieren wollen. 2009 wird die Lehrstellennachfrage aufgrund der
demografischen Entwicklung weiter um etwa
30.000 Bewerber/-innen sinken. Die aktuelle BIBB-Umfrage
zeigt laut Präsident Kremer jedoch, dass die Zahl der neuen
Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr (rund 616.000)
um bis zu 50.000 (-8 %) sinken könnte, wenn Politik und
Wirtschaft jetzt nicht durch gezielte und konzertierte
Maßnahmen gegensteuern. Manfred Kremer: "Bei vielen Betrieben ist das deutliche
Bemühen zu erkennen, die Ausbildung auf einem hohen Stand zu
halten und nicht von einer kurzfristig schwierigen
Geschäftslage abhängig zu machen. Diese Bemühungen müssen
mit aller Kraft durch die Kammern, Verbände und
Arbeitsagenturen bei der Akquise von betrieblichen
Ausbildungsplätzen unterstützt werden." Alle bereits
vorhandenen Instrumente, wie zum Beispiel der
Ausbildungsbonus für Altbewerber, sollten intensiver
beworben und von den Betrieben auch genutzt werden. An Bund
und Länder gerichtet appelliert der BIBB-Präsident, alle
vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen, um die Lage auf dem
Ausbildungsstellenmarkt zu stabilisieren. Laut BIBB-Befragung würde ohne zusätzliche Anstrengungen
die Zahl der Ausbildungsverträge 2009 im Bereich Industrie
und Handel voraussichtlich deutlich unter Vorjahresniveau
liegen (-10 %). Das Handwerk hingegen würde sich
voraussichtlich auf dem - allerdings vergleichsweise
niedrigen - Vorjahresniveau halten können. Der Rückgang
würde in den westlichen Bundesländern mit -9 % mehr als
doppelt so hoch ausfallen wie in den östlichen (-4 %).
Während Großbetriebe mit über 500 Beschäftigten den Stand
des Vorjahres voraussichtlich halten können, ist
insbesondere bei Klein- und Mittelbetrieben aus dem Bereich
Industrie und Handel mit einem Rückgang des
Ausbildungsplatzangebots zu rechnen.
Quelle: BIBB (23.04.2009)
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Bildungsministerin stellt im Bundestag Berufsbildungsbericht
2009 vor Annette Schavan: "Ausbildung hat gerade in der
Wirtschaftskrise Vorrang. Jeder ausbildungswillige und
ausbildungsfähige Jugendliche muss eine Ausbildung bekommen.
Wer in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht ausbildet,
dem fehlen die Fachkräfte der Zukunft. Fachkräftemangel darf
nicht zur Wachstumsbremse werden." Der neue Berufsbildungsbericht zeige ermutigende
Fortschritte. Die Ministerin verwies darauf, dass es im Jahr
2005 noch 619.000 arbeitslose Jugendliche in Deutschland
gegeben habe, im Jahr 2008 waren es nur noch rund 340.000.
Dies sei ein Erfolg des Ausbildungspaktes der
Bundesregierung und der Wirtschaft. In den vergangenen drei
Jahren hätten außerdem die verschiedenen Initiativen der
Bundesregierung zum "Aufstieg durch Bildung" gewirkt,
darunter so erfolgreiche Instrumente wie Jobstarter und das
Ausbildungsprogramm Ost. Die Vermittlung von Altbewerbern
und Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird nach den
Worten Schavans weiterhin im Mittelpunkt der Bemühungen
stehen. Angesichts der demografischen Entwicklung und der damit
verbundenen zurückgehenden Schulabsolventen-Zahlen müssten
nun Staat und Wirtschaft alles dafür tun, um den Nachwuchs
bei der beruflichen Ausbildung weiter zu sichern. Das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gehe mit
gutem Beispiel voran: "Wir haben unsere Ausbildungsquote auf
zehn Prozent gesteigert", sagte Schavan. Die Ministerin kündigte eine Sondersitzung im Rahmen des
Ausbildungspaktes im Juni mit dem Bundeswirtschafts- und dem
Bundesarbeitsminister an. Dabei soll es vor allem darum
gehen, wie die Ausbildungsplätze von denjenigen Jugendlichen
gerettet werden können, deren Betriebe wegen Insolvenz in
Gefahr sind, nicht weiter ausbilden zu können. Schavan
bekräftigte die Forderung nach einem Schutzschirm für
Ausbildungsplätze.
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